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Die Münsterlaendische Tagszeitung informiert
In der heutigen (28.01.2006) Samstags-Ausgabe der "Münsterländischen Tageszeitung" erschien ein Artikel über Barbara Deppe und Ihren Gnadenhof in Löningen.
Bild MT Gnade für Python-Schlange und Vogelspinne.
Bei Barbara Deppe leben mehr als 500 Tiere. Von Heinrich Kaiser Bunnen –
Lautlos schleicht Silas um die Stallecke. Mit größter Behutsamkeit reckt der Schimmel seine Nüstern dem überraschenden Gast entgegen.Vorsichtig, ganz vorsichtig schmiegt er den Kopf an den Körper, sucht den Geruch, die Wärme und die Stimmen. Silas genießt mit allen Sinnen, die ihm zur Verfügung stehen. Denn seit einer Virusinfektion ist der Wallach blind. Trotzdem, und das freut Barbara Deppe ganz besonders, ist Silas der Herr über die anderen zwölf Pferde und Ponys auf dem Hagel-Hof bei Bunnen, einem Altersheim für mehr 500 Tiere.

Seit zehn Jahren kümmert sich die 40-Jährige aus Bochum mit all ihrer Kraft und dem Erbe ihrer Eltern um Tiere, für die sich sonst niemand mehr interessiert. Doch nun droht das Aus: Nach der Pleite des dubiosen Tierschutzvereins Arche 2000 fehlen Deutschlands artenreichstem Gnadenhof Monat für Monat 1500 Euro. „Zwei Monate halten wir noch durch. Was danach geschieht, das weiß ich nicht“, sagt Barbara Deppe.

Auf dem ehemaligen Bauernhof an der Straße zwischen Essen und Löningen leben 70 verschiedene Arte. Da tummeln sich Linus, Urmel und Herr Schmidt, die Kaimane, in ihrem beheizten Bassin, während draußen Jürgen und Günter mit den Pfauen um die Wette schreien.

Die Puter mit den maskulinen Namen sind von Tierschützern demonstrativ aus einem Massen-Stall befreit worden. Die Kaimane stammen aus einer Wohnungs-Räumung oder wurden von einem Jugendlichen mit versteckter Kamera ohne Papiere und Personalausweis gekauft – um aufzudecken, wie verantwortungslos manche Händler mit Lebewesen umgehen.

Ungeliebte Python-Schlangen finden bei Barbara Deppe ebenso Gnade wie Vogelspinnen, Gambia-Riesenhamsterratten und rund 100 Schildkröten in verschiedenen Größen – zu Lande und zu Wasser.

Schon von Kindheit an hat sich die Tierschützerin aus Leidenschaft für exotische Tiere begeistert. Als ihr Haus in Bochum zu klein wurde, weil sie 80 dem Tod geweihten Kreaturen bei sich aufgenommen hatte, bat die gelernte Tierarzthelferin ihre Eltern, das Erbe vorzeitig auszuzahlen. Mit dem Geld kaufte sie das fast verfallene Gehöft in Bunnen, renovierte es halbwegs und eröffnete das Heim für chronisch kranke und behinderte Tiere.

Heute, gut zehn Jahre später, leben dort 70 verschiedene Arten. „Ich kenne keinen Gnadenhof mit Auffangstation für Exoten in Deutschland mit mehr Arten“, sagt die Mutter zweier Kinder. Diese Vielfalt stellt sie natürlich auch vor große Herausforderungen. Jedes Tier braucht seine ganz spezielle Fürsorge. Mit Füttern allein ist es nicht getan.
Ein Schlange zum Beispiel werde nicht so schnell aus Hunger krank, sondern eher mangels Wärme oder fehlender UV-Bestrahlung. „Vieles weiß ich von meiner Ausbildung, aber das meiste musste ich mir aneignen“, sagt sie.

Bis zu dreimal am Tag rufen Menschen auf dem Hagel-Hof an, die ein Tier loswerden wollen. „Ganz oft höre ich den Begriff ,HartzIV’“, sagt Barbara Deppe. Finanzielle Probleme führen dazu, dass ein Tier nicht mehr gehalten werden kann. Meistens handelt es sich aber um Tiere, deren Besitzer es nicht übers Herz bringen, sie zu töten: die Gans, die als Weihnachtsbraten gedacht war, Pferde, die man nicht mehr reiten kann, oder die Kuh Clarissa, deren treuen braunen Augen ihr das Schicksal, als Steak zu enden, erspart haben.
Nun drücken die Frau, die alles für die Tiere gegeben hat, große Sorgen. Allein für Energie muss sie monatlich 800 Euro überweisen. Die Beiträge der 40 Mitglieder des Hagelhof-Vereins reichen kaum aus, um das Futter für über 500 Tiere zu bezahlen. Darum hat sie eine Initiative im Internet gestartet. Gesucht werden Paten, die einen monatlichen Betrag für ein ganz bestimmtes Tier bezahlen.

Die Patenschaft Clarissa, die Kuh mit den braunen Augen, kostet 50 Euro. Hängebauchschwein Miro, das früher in einer Düsseldorfer Mietwohnung lebte und aus dem Barbara Deppe „erstmal wieder ein richtiges Schwein machen musste“, ist schon für monatlich 20 Euro zu haben. Außerdem hofft sie, die 1500 fehlenden Arche-2000-Euro auf 300 Freiwillige zu verteilen, die pro Monat fünf Euro entbehren können. Die Hälfte ist schon geschafft. Und so ist die kleine Frau mit dem großen Herz für Tiere zuversichtlich, dass sie auch in Zukunft dem blinden Schimmel Silas oder dem lauten Puter Jürgen das Gnadenbrot geben kann.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung


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